Dagmar Laudien - Konzernbetriebsratsvorsitzende
Dezember 2025. Nach 48 Jahren verabschiedet sich Dagmar Laudien in den Ruhestand. Dies haben wir zum Anlass genommen, mit ihr auf ihre Zeit in unserem Unternehmensverbund zu blicken.
Wie hat Ihre Reise bei uns damals begonnen?
Ich habe am 1. September 1980 in der damaligen Bezirksnervenklinik Uchtspringe begonnen zu arbeiten. Vorher habe ich drei Jahre in Uchtspringe gelernt. Der Einstieg als Lehrling war wirklich nicht immer einfach, aber es hat mir so viel Spaß gemacht und wir waren so tolle Teams. Den somatischen Teil meiner Ausbildung habe ich im Krankenhaus in Tangermünde absolviert. Dann war ich in Uchtspringe auf der Kinderstation und später auch auf der geschlossenen Jugendstation. Das war wirklich herausfordernd und so habe ich im Laufe der Jahre wirklich viel erlebt.
War es von Beginn an Ihr Wunsch, als Krankenschwester zu arbeiten?
Nein. Eigentlich wollte ich Erzieherin werden, doch konnte ich leider kein Instrument spielen oder singen. Dann bin ich auf den Beruf Krankenschwester aufmerksam geworden, habe mich dafür entschieden und es bis heute nie bereut.
Welche Stationen oder Veränderungen sind Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?
1997 wurde die Salus gegründet und von da an war ich Teil des Betriebsrates und Gesamtbetriebsratsvorsitzende. Die Gründung der Salus war damals eine riesige Herausforderung. Das zu begleiten hat mir sehr viel Spaß gemacht. Damals waren wir 800 Mitarbeitende und sind heute so viel mehr in unserem Unternehmensverbund. Nach und nach kamen die anderen Einrichtungen hinzu. Ich erinnere mich u.a. an das Seniorenzentrum St. Georgi 1. Damals haben sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sehr gefreut, Teil der Salus zu werden. Und gern blicke ich auch auf die Gründung der integra - heute neuwerk - zurück. 2010 habe ich dann in den Zentralen Diensten einen Betriebsrat gegründet und war weiterhin Gesamtbetriebsratsvorsitzende. Als eine Kollegin in Rente ging, wurde ich dann zusätzlich als Mitglied in Aufsichtsrat gewählt.
Was hat Sie über so viele Jahre motiviert, sich stets für die Kolleginnen und Kollegen einzusetzen?
Es war immer spannend für mich, die Mitarbeitenden zu vertreten. Mir war immer wichtig, zu gucken, dass wir mit dem Arbeitgeber wirken, einen Mittelweg finden und gemeinsam unsere Ziele erreichen. Natürlich gab es Herausforderungen, aber es hat mir immer Spaß gemacht.
Beschreiben Sie die Arbeit im Betriebsrat bitte in fünf Worten.
herausfordernd, abwechslungsreich, spannend, auch anstrengend und es macht auch Freude, wenn man gemeinsam Erfolg hat und sich die Mitarbeiter freuen.
Welche Ratschläge würden Sie jemandem geben, der neu in den Betriebsrat kommt?
Ganz wichtig ist es aus meiner Sicht, immer ein offenes Ohr für beide Seiten - Arbeitnehmer und Arbeitgeber - und Geduld zu haben. Es kommt auf die Erfahrung an, aber Schulungen sollten unbedingt in Anspruch genommen werden.
Was wünschen Sie sich für den Betriebsrat?
Erstmal wünsche ich mir, dass es in den Zentralen Diensten weiterhin einen Betriebsrat gibt - einen Betriebsrat, der vermittelt wünsche ich den Kolleginnen und Kollegen. Ich wünsche mir mehr Zusammenhalt, mehr Miteinander, mehr Wertschätzung für die Zukunft - das beziehe ich auch auf uns Betriebsräte, aber auch auf alle in unserem Unternehmensverbund.
Gibt es etwas, das Sie an der Betriebsratsarbeit vermissen werden und worauf freuen Sie sich besonders für die Zukunft?
Natürlich gehe ich nach über 40 Jahren mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Ich werde zurückziehen in die Altmark in die Nähe meiner Familie. Ich freue mich auf Zeit für mich, Kontakte wieder fester zu knüpfen und in meiner Heimat wieder anzukommen. Vermissen werde ich Gespräche mit Kolleginnen und Kollegen.

