Kerstin Kern - Assistentin der Geschäftsbereichsleitung neuwerk
März 2026. Als Salus-Integra gestartet feiert unser Geschäftsbereich neuwerk in diesem Jahr 25-jähriges Jubiläum. Das möchten wir nutzen und zeigen Mitarbeitende, die die Geschichte des Bereichs maßgeblich mitgeprägt haben. Neuwerk steht für Zuverlässlichkeit, Kompetenz und Inklusion im Bereich Handwerk sowie Dienstleistungen. Im Interview zeigen wir nachfolgend die Gedanken und Einblicke von Kerstin Kern, die als Assistentin des Geschäftsbereichsleiters ebenfalls ihr 25-jähriges Jubiläum in unserem Unternehmensverbund feiert und von Beginn an dabei war.
Frau Kern, seit wann sind Sie Teil von Salus-Integra – heute neuwerk – und was hat Sie damals persönlich an der Arbeit in diesem Geschäftsbereich besonders gereizt?
Ich habe mich im Sommer 2001 beworben, da ich zu diesem Zeitpunkt eine neue Herausforderung suchte und mein vorheriger Arbeitgeber Insolvenz angemeldet hat. Da ich in meiner bisherigen Berufslaufbahn überwiegend im Baubereich tätig war und mir mitgeteilt wurde, dass dies auch Bestandteil dieser Stelle in der Salus-Integra gGmbH ist, bin ich ein Stück weit mit anderen Vorstellungen herangegangen. Erst nach der Einstellung wurde mir bewusst, dass es um sehr viel mehr Themen geht, z. B. Aufbau von Inklusions- bzw. Zweckbetrieben mit allem, was dazugehört und die Arbeit für und mit Menschen mit Handicaps. Es war nicht immer einfach, aber ich habe – vor allem in den ersten Jahren – sehr viel gelernt und fand gerade diesen Aspekt sehr spannend. Die Aufgaben, die sich aus dem „Gemischtwarenladen“ Salus-Integra gGmbH ergaben, erforderten die Bereitschaft konstant zu lernen und offen zu sein für Neues.
Wenn Sie an 25 Jahre Salus-Integra denken: Welche Veränderungen oder Meilensteine sind Ihnen aus Ihrer persönlichen Erfahrung besonders in Erinnerung geblieben?
Da das 25-jährige Jubiläum der Salus-Integra auch gleichzeitig mit meiner 25-jährigen Betriebszugehörigkeit zusammenfällt, kann ich sagen, dass ich die Entwicklung von Anfang an begleitet habe. Als Meilensteine erinnere ich mich an die Gründung der einzelnen Zweck- und Inklusionsbetriebe – zuerst der Malerbetrieb, danach der Baubetrieb, der Betriebsübergang der Tischlerei aus dem Fachklinikum Uchtspringe und die sukzessive Entwicklung zum heutigen Inklusionsbetrieb, die Gründung des Informationszentrums in Magdeburg bzw. der Aufbau des Integrativen Servicecenters in Uchtspringe – ebenfalls als Inklusionsbetrieb. Spannend war allerdings auch die (Wieder)-Eröffnung des Landgasthofes in Uchtspringe, die Mitwirkung beim Aufbau der Gewächshäuser im Maßregelvollzug Uchtspringe, Niederlassung Lochow, und der parallele schrittweise Aufbau der Ausbildungsberufe und der erforderlichen Kooperationen mit externen Partnern und den Einrichtungen der Salus gGmbH. Es gab immer wieder viele Hürden, die genommen werden mussten, intern und extern. Wobei gefühlt die internen Hürden höher, teilweise sogar unüberwindbar waren. Es gibt also viele Veränderungen und Meilensteine, die mir in Erinnerung bleiben werden.
Wie hat sich Ihre Rolle als Assistenz der Geschäftsbereichsleitung im Laufe der Jahre verändert, und was sagt das über den Wandel bei neuwerk aus?
Meine Rolle hat sich während des Berufslebens in der Salus-Integra gGmbH und dann dem Geschäftsbereich neuwerk mehrfach geändert, von der Sekretärin zur Assistentin der Geschäftsführung zur Assistentin der Geschäftsbereichsleitung. In dieser Zeit musste ich mich auf insgesamt vier Chefs und eine Chefin einstellen und eine gemeinsame Arbeitsbasis finden. So wie sich die Verantwortlichkeiten geändert haben, haben sich dann auch die Prioritäten und die Umsetzung verändert bzw. wurden Aufgaben an den Geschäftsbereich neuwerk herangetragen, die eine Herausforderung waren. Es waren viele Weiterbildungen notwendig, um das Handwerkszeug an die Hand zu bekommen, sich diesen Anforderungen zu stellen. Als Beispiel möchte ich hier die Schaffung von 500 Arbeitsplätzen für Menschen mit Handicap nennen. Die Beratung durch ein externes Unternehmen, der Austausch mit Unternehmen, die in diesem Bereich tätig sind und die Praxis haben gezeigt, dass parallel für jeden Arbeitsplatz für Menschen mit Handicap ein weiterer Arbeitsplatz entstehen muss, da die individuellen Handicaps ausgeglichen werden müssen.
Gleichzeitig war ein fortlaufender Lernprozess erforderlich, um die individuellen Bedürfnisse an technische Anforderungen bzw. an den Umgang mit den Arbeitnehmenden zu meistern. Für den Geschäftsbereich neuwerk ist die sozialpädagogische Betreuung und Begleitung enorm wichtig. Zu Beginn wurde dies „nebenbei“ von allen Mitarbeitenden erfüllt, aber selbst entsprechende Weiterbildungen und Lernprozesse haben nicht ausgereicht. Die professionelle Begleitung war ein absolutes Muss. Gleichzeitig musste mit „Fehlschlägen“ umgegangen werden, Eröffnung und Schließung des Landgasthofes oder dem Versuch des Aufbaus eines Garten- und Landschaftsbaubetriebs. Nicht alles konnte umgesetzt werden. Umso mehr freut es, wenn dann nach Jahren eine ehemalige Auszubildende anruft und erzählt, dass sie ihr Leben ‘im Griff hat’ und in einer stabilen Partnerschaft mit zwei Kindern lebt. Das sind die Momente, in denen man weiß: „Es hat sich gelohnt.“
Rückblickend auf Ihre Arbeit: Was hat sich in Ihrem Alltag und in der Zusammenarbeit innerhalb des Geschäftsbereichs am stärksten verändert, und was ist bewusst gleichgeblieben?
Veränderungen hat es bei neuwerk immer gegeben und man musste sich jedes Mal neu darauf einstellen - sei es bei den Chefs, die Anforderungen an die Arbeit bei neuwerk oder die Kolleginnen und Kollegen. Über die Zeit ist ein Team entstanden, welches das gut geschafft hat und zusammengewachsen ist. Jeder arbeitet auf seinem Gebiet, aber der Respekt und das Verständnis für die Rolle jedes anderen war gegeben und hat es erleichtert, auch schwierige Situationen zu meistern. Man konnte andere um Hilfe bitten, wenn man selbst „den Wald vor Bäumen nicht mehr gesehen hat“. Es wurden gemeinsam Lösungen gefunden und umgesetzt. Der Umgang miteinander, die Selbstreflektion und sich auch mal nicht so wichtig nehmen, ist für das Betriebsklima nach meiner Einschätzung sehr wichtig. Es war ein Lernprozess, aber der hat auch zum Erfolg geführt.
Die Betriebe bzw. Bereiche sind in den 25 Jahren gewachsen und weit professioneller geworden, als es noch zu Beginn der Fall war. Diese Entwicklung zu erleben war sehr spannend, interessant und auch notwendig, um die Betriebe zukunftsfähig aufzustellen.
Zum Abschluss: Worauf legen Sie persönlich Wert, wenn Sie an die zukünftige Entwicklung von neuwerk und an das Miteinander im Team denken?
Ich persönlich betrachte den Umgang miteinander als sehr wichtig, zumal die Herausforderungen bei der Arbeit nicht weniger werden und auch die Rahmenbedingungen aufgrund der gesellschaftlichen Entwicklung sich ständig verändern und schwieriger gestalten. Für neuwerk hoffe ich, dass wir dem gewachsen sind und auch das meistern. Das wird sicher zu weiteren Veränderungen führen, aber ohne Veränderung wird es keine Zukunft geben.
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