Barbara Hartwig - Bauingenieurin im Team Bau, IT und Technik
August 2026. Barbara Hartwig ist Diplom Bauingenieurin und Objektplanerin im Team Bau, IT und Technik (BIT). Am 1. Juli 2014 ist sie bei der Salus-Plan (heute BIT) gestartet und geht am 1. Dezember 2026 in Altersrente. Vor diesem neuen Lebensabschnitt sprechen wir mit ihr über ihre Zeit bei der Salus und blicken gemeinsam auf ihre berufliche Entwicklung und ihre Wünsche für die Zukunft.
Was hat Sie dazu motiviert, Bauingenieurin zu werden?
Eigentlich wollte ich Archäologin werden, aber mein Vater sagte damals zu mir: „Mädel, es ist schon alles ausgebuddelt😊.“ Da ich aber gerne zeichne und mich für alte, vor allem denkmalgeschützte Gebäude interessiere, habe ich mich für diesen Beruf entschieden und nach dem Abitur fünf Jahre an der Hochschule für Architektur und Bauwesen in Weimar studiert.
Wie sind Sie zur Salus gekommen und wie war ihr erstes halbes Jahr in unserem Unternehmensverbund?
Ich habe 20 Jahre lang in einem Magdeburger Architekturbüro gearbeitet und in dieser Zeit auch viele Salus-Projekte beplant und betreut.
So z.B. den Umbau des Wohnheims St. Georgii I in Magdeburg (2003), die Errichtung der Forensischen Klinik in Lochow (2005) und den Umbau des Haus 6 in Uchtspringe (2012).
Als man bei der Salus-Plan überlegte, Planungen von Bauprojekten als internes Hausgeschäft selbst abzuwickeln, kam man auf mich zu. Durch die gesammelten Erfahrungen in Bezug auf die Salus konnte ich mich schnell im Unternehmensverbund zurechtfinden und hatte auch gleich das erste Projekt, Haus 20 in Uchtspringe, auf dem Tisch.
Worin liegt für Sie der besondere Reiz der Arbeit im Geschäftsbereich BIT?
Die Aufgaben in Bezug auf Planungsleistungen sind durch die vielen unterschiedlichen Nutzungen im SAH-Verbund sehr vielseitig, abwechslungsreich und komplex. Sie umfassen z.B. Planungen für Therapiegebäude des Fachklinikums sowie auch des Maßregelvollzugs, Klassenräume für die Pflegeschule, Tageskliniken für Kinder und für Erwachsene, Instandhaltungsthemen sowie diverse kleine Umbauten für Umnutzungen. Besonders interessant für mich waren dabei aber auch immer die Planungen für die vielen Gebäude, die unter Denkmalschutz stehen. Der Bereich BIT ist gut strukturiert und die technische Ausstattung ist hervorragend. Dadurch konnte ich auch des Öfteren die Möglichkeit der mobilen Arbeit wahrnehmen.
Welche Schnittstellen haben Sie zu anderen Bereichen der SAH? Beschreiben Sie gern die Zusammenarbeit.
Das A und O einer guten Planung ist die Aufgabenstellung. Bevor ein Projekt startet muss diese konkret mit allen Forderungen, Angaben und Wünschen erarbeitet werden, um daraus dann die erste „Meckergrundlage“ zu entwickeln. Dabei habe ich gern unterstützt und somit Einblick in den Alltag der Kollegen in den verschiedenen Einrichtungen erhalten. Ich war immer gern in den Einrichtungen unterwegs. Bei vielen Projekten gab es tatkräftige Unterstützung während der Planungsphase und auch bei der Durchführung der baulichen Maßnahmen. Eine sehr gute Zusammenarbeit bestand auch immer mit den Neuwerkern, ob mit dem Baubetrieb oder mit den Tischlern. Vieles haben wir in den letzten Jahren gemeinsam entwickelt und uns dadurch ein gutes Vertrauensverhältnis aufgebaut. Dafür bin ich sehr dankbar.
Welche Projekte begleiten Sie aktuell?
Vorbereitung der Inbetriebnahme einer Tagesklinik für Kinder und Jugendliche in Wernigerode, die ab Oktober 2026 an den Start gehen soll
Instandhaltungsmaßnahmen in den Einrichtungen in Bernburg und in Uchtspringe
Konzepterstellung für eine neue Nutzung im Haus 7 in Uchtspringe
Lassen Sie uns gern einmal zurückblicken: Gibt es ein Projekt oder etwas anderes aus der Arbeitswelt, auf das Sie besonders stolz sind?
Ja, ich bin schon stolz darauf, dass ich seinerzeit angesprochen wurde, um bei der Salus arbeiten zu dürfen. Und es gibt auch einige Projekte, auf die ich stolz bin. So fallen mir z.B. aus meiner ehemaligen Bürozeit die Sanierung und der Umbau des Landtagsgebäudes in Magdeburg, der Neubau des AWO-Altenheims in Blankenburg und die Sanierung und der Umbau des Hauses 6 in Uchtspringe ein. Herausfordernd war auch die Umnutzung der Bundeswehrkaserne in Lochow zur Forensischen Klinik im Jahre 2005. Dort wurden innerhalb von acht Monaten mit ca. 40 Firmen vor Ort acht Mio. Euro verbaut. Das konnte aber nur aufgrund des guten Zusammenspiels von Planern, Nutzern, den Behörden und dem Ministerium erreicht werden.
Aus meiner Zeit bei der Salus fallen mir in Uchtspringe die Sanierungen und der Umbau des Haus 20 zum Therapiezentrum und die Errichtung der neuen Werkhalle für die neuwerk-Tischler sowie in Bernburg die Errichtung der Tagesklinik (KJPP) für Kinder und Jugendliche ein. Besonders viel Freude haben mir in den letzten Jahren die beiden Projekte Tagesklinik Dessau und Tagesklinik im Haus D-E in Gardelegen bereitet. Es war ein sehr angenehmes Zusammenarbeiten mit allen Beteiligten. Da bin ich dann immer etwas traurig, wenn die Vorhaben fertiggestellt sind und man sich aus den Augen verliert.
Wie hat sich Ihre Arbeit in den vergangenen Jahren verändert?
Waren in den vergangenen Jahren größere Umnutzungen leerstehender Gebäude bzw. Neubauten in Planung hat sich das Bild in den letzten Jahren mehr auf die Instandhaltungsthemen konzentriert.
Viele schöne Konzepte und Planungen sind leider in den Schubladen gelandet, weil sie nicht finanziert werden konnten oder es neue Ideen oder Überlegungen für die Nutzungen gab.
Was wünschen Sie sich für die zukünftige Entwicklung im Fachbereich Bau?
Das noch viel Neues innerhalb der Salus gebaut wird und dass, vor allem in Uchtspringe, leerstehende Häuser wieder eine Nutzung erfahren. Bei vielen Gebäuden, die nun schon nach der Wende in die Jahre gekommen sind, stehen in den nächsten Jahren weiterhin Instandhaltungsthemen an, die auch sehr herausfordern und interessant sind. Ich denke da nur an die vielen Brandschutzmaßnahmen sowie an die energetischen Sanierungen und Modernisierungen. Für die Kollegen wird es weiterhin sehr viel zu tun geben. Allgemein wünsche ich mir bundesweit mehr Zentralisierung in Bezug auf einheitliche Vorschriften, Richtlinien und Anträge.
Was würden Sie jungen Menschen raten, die Bauingenieurin oder Bauingenieur werden möchten?
Der Beruf ist sehr vielseitig, was Planung oder Bauleitung angeht. Durch die vielen unterschiedlichen Nutzungen, die Gebäude nun mal haben, macht es die Sache sehr komplex, interessant und spannend. Empfehlenswert wäre aus meiner heutigen Sicht, wenn man sich vor dem Studium für den Bildungsweg Berufsausbildung mit Abitur entscheidet.
Was sollte man über Ihren Beruf unbedingt wissen?
Als Planerin habe ich mit vielen Menschen zu tun gehabt und versucht, die Wünsche und Anliegen in die Planungen einzubringen. Im Endeffekt müssen ja die Menschen in den von uns geplanten und errichteten Gebäuden und Einrichtungen leben, arbeiten und sich wohl fühlen. Aber auch das Zusammenspiel mit allen Fachplanern und den Baufirmen, der Umgang mit den Behörden, die Einhaltung vieler Vorschriften und Richtlinien darf man nicht außer Acht lassen.
Welche Aufgaben haben Ihnen besonders Freude gemacht?
Mir haben alle übertragenen Aufgaben Spaß gemacht. Am meisten aber, wenn der Nutzer sich aktiv mit seinen Erfahrungen und Wünschen eingebracht hat und am Ende mit dem Ergebnis zufrieden war. Es war jedenfalls immer schön, das im Entstehen zu sehen, was man im Vorfeld aufs Papier bzw. auf den Monitor gebracht hat.
Was möchten Sie Ihren Kolleginnen und Kollegen mit auf den Weg geben?
Bleibt optimistisch und schätzt das, was die Salus jedem Mitarbeiter bietet. Die Salus hat ein gutes Gesamtpaket geschnürt. Schätzt und respektiert die Arbeit jedes Einzelnen im Verbund und bleibt vor allem gesund.
Was war Ihnen im Umgang mit anderen immer wichtig?
Freundlichkeit, Offenheit, Sachlichkeit, Ehrlichkeit und Dankbarkeit
Gibt es etwas, das Sie vermissen werden?
Die Arbeit generell werde ich wohl vermissen, denn ich habe meine Arbeit gern gemacht. Dann meine Mitstreiter sowie all jene, mit denen ich all die Jahre gut zusammenarbeitet habe. Aber man trifft sich ja immer zweimal im Leben. Vielleicht läuft der ein oder andere einem nochmal über den Weg.
Worauf freuen Sie sich im Ruhestand am meisten?
Auf so einiges:
spontan mit unserem Bussi unterwegs zu sein
weiterhin fleißig das Tanzbein in unserer Tanzschule schwingen zu können
mehr Zeit für unsere Familie, Freunde und Hobbies zu haben
mich in Magdeburg für den Denkmalschutz zu engagieren
Schnellfragerunde
Unsere Frage | Barbara Hartwigs Antwort |
|---|---|
Haben Sie einen Leitspruch oder Lebensmotto? | „Genieße den Augenblick, denn der Augenblick ist dein Leben“ |
| Beschreiben Sie sich in fünf Worten. | ruhig, freundlich, gelassen, zuverlässig, organisiert |
| Ihr Lieblingsort? | seit 48 Jahren der Platz an der Seite meines Mannes 😊 |
| Buch- oder Filmtipp? | Buchempfehlung: „Das Wunder der Gelassenheit“ von Nancy O’Hara |

